Der Prototyp des zweiplätzigen Kabinentiefdeckers führte im Februar 1939 seinen Erstflug aus. Nachdem das neue Flugzeug von der deutschen Luftwaffe als Standard-Anfängerschulflugzeug ausgewählt worden war, begann 1940 die Gross-Serienproduktion vorerst im Stammwerk in Rangsdorf. Ab 1942 nahmen auch die Fokker-Werke im besetzten Holland den Bau der Bü 181 auf. Bis zum September 1944 lieferte Fokker 708 Bestmann an die Luftwaffe ab.Im neutralen Schweden baute die Firma A.B. Hägglund & Söhner zwischen 1943 und 1945 125 Einheiten für die Flygvapnet. Aus der Bestmann entstand übrigens in der Nachkriegszeit die Saab-91 Safir, die sich vom Vorläufermuster vor allem durch die Ganzmetallbauweise und das einziehbare Bugfahrwerk unterschied.Während des Krieges sollte auch in der besetzten Tschechoslowakei eine weitere Produktionslinie für die Bestman aufgebaut werden, doch verliessen vor der Befreiung keine Flugzeuge die Montagehallen der Zlin-Werke. In der Nachkriegszeit produzierte Zlin die folgenden Versionen der Bestmann: C6 (Bü 181D) als Militärtrainer für die tschechoslowakischen Luftstreitkräfte, C106/Z-381 (Walter Minor 4-III von 105 PS) und C206/Z-281 (Toma-4 von 105 PS).Schliesslich wurde in den fünfziger Jahren in Ägypten eine mit einem 145 PS Continental-Motor ausgerüstete Version der Z-381 unter dem Namen Gomhouria nachgebaut. Die Gesamtproduktion der Bestmann inklusive aller Lizenzbauten dürfte rund 4000 Einheiten umfasst haben.Die Bestmann war als zweiplätziger Tiefdecker in Gemischtbauweise ausgelegt. Der aus Stahlrohr geschweisste Rumpfvorderteil war an vier Punkten mit dem als Sperrholzschale ausgebildeten Hinterrumpf verbunden. Der freitragende Flügel war vollständig in Holzbauweise ausgeführt. Er bestand aus einem durchlaufenden Hauptholm, einem halbdurchlaufenden Vorderholm und Holzrippen. Der Flügel war bis zum Hauptholm mit Sperrholz beplankt, während der Rest mit Stoff bespannt war.Als Triebwerke dienten verschiedene luftgekühlte Hirth-Vierzylinder mit einer Startleistung von 105 PS bei 2500U/min. Das Anlassen des Motors erfolgte durch eine auf der linken Motorseite angeordnete Handkurbel. Der rund 100 Liter fassende Treibstofftank befand sich im Hinterteil der Kabine unter dem Gepäckraum.Das Fliegermuseum Dübendorf sicherte sich im Tausch gegen die Jungmeister U-63 eine in Schweden gebaute Maschine, die heute im Originalanstrich der Fliegertruppe ausgestellt wird.
Technische Daten Bücker Bü 181 Bestmann
| Triebwerk |
Vierzylinder Reihenmotor |
| Typ |
Hirth HM 500A-1 (HM 504A) |
| Leistung |
105 PS |
| Spannweite |
10,60 m |
| Länge |
7,85 m |
| Höhe |
2,06 m |
| Flügelfläche |
13,50 m2 |
| Leergewicht |
475 kg |
| Fluggewicht |
765 kg |
| Max.Geschwindigkeit |
210 km/h |
| Reisegeschwindigkeit |
200 km/h |
| Steiggeschwindigkeit |
3,14 m/sec |
| Gipfelhöhe |
5000 m |
| Reichweite |
850 km |
| Besatzung |
- |