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Die Geschichte der Fiat R.S.14

Das zweimotorige Hochseeaufklärungsflugzeug Fiat R.S.14 war eine eher wenig bekannte Konstruktion des Weltkrieges.

Farbzeichnung Fiat R.S.14

Die Fiat R.S. 14 im Wasser









Das zweimotorige Hochseeaufklärungsflugzeug Fiat R.S.14 war eine eher wenig bekannte Konstruktion des Weltkrieges. Nur gerade 184 Einheiten dieses in Ganzmetall-Bauweise ausgeführten Schwimmerflugzeuges verliessen zwischen Mai 1941 und September 1943 die Produktionshallen von Marina di Pisa. Der erste Prototyp mit der Werknummer MM380 flog zum ersten Mal im Mai 1939. Die von Manilo Stiavelli und Lucio Lazzarino entwickelte Maschine bestach vor allem durch ihre aerodynamisch saubere Konstruktion. Bei den Flugtests erreichte der Prototyp eine Geschwindigkeit von 408,5 km/h. Bei weiteren Versuchen in Vigna di Valle erlitt die MM 380 schwere Beschädigungen, auch der zweite Prototyp mit der Werknummer MM383 musste am 4. Dezember 1940 wegen eines Defektes an den Landeklappen abgeschrieben werden.

Dennoch bestellte die italienische Luftwaffe eine erste Serie von zwölf Flugzeugen (MM35386 - MM35397). Die Serienmaschinen waren mit zwei Fiat A.74 RC.38 ausgerüstet, welche je 840 PS abgaben. Die Bewaffnung bestand aus zwei 7,7mm Mg-Breda-Safat und einem 12,7mm Mg-Scotti. Im Bombenschacht konnten zwei 160kg oder vier 100kg-Bomben mitgeführt werden. Die Besatzung bestand normalerweise aus vier bis fünf Mann. Die ersten Serienmaschinen wurden der 148. und der 170. Staffel zugeteilt. Zwischen April und Juli 1942 wurde eine zweite Serie von 22 Maschinen hergestellt (MM35401 - MM35422). Die R.S.14 führten meistens Überwachungsflüge über dem Mittelmeer durch. Dabei kam es gelegentlich zu Kampfhandlungen zwischen britischen Flugzeugen und den Fiat. Ab Ende 1942 verwendete man die R.S.14 auch als Torpedobomber, wobei drei Torpedos unter dem Rumpf befestigt wurden.

Die dritte und zugleich letzte Serie wurde zwischen Juli 1942 und September 1943 gebaut und umfasste 150 Flugzeuge (MM35639 - MM35788). Nachdem sich die italienische Regierung im September 1943 von Deutschland abgewandt hatte und eine von den Alliierten unterstützte italienische Luftwaffe aufgestellt worden war, kamen die R.S.14 nun gegen die ehemaligen Verbündeten, die deutsche Kriegsmarine und die Luftwaffe, wieder zum Einsatz. Neun R.S.14 wurden später als Passagier- und Postflugzeuge in abgelegenen Gebieten und Inseln verwendet. Etwa zehn Exemplare der letzten bei Fiat produzierten Einheiten der dritten Serie wurden Ende 1943 von der deutschen Luftwaffe übernommen und von Italien nach Marseille überflogen. Später gelangten diese wenigen R.S.14 nach Deutschland und fanden grösstenteils in Fliegerschulen Verwendung. Ihr Einsatz blieb allerdings bescheiden, da die meisten R.S.14 schon bald wegen Ersatzteilmangels ausser Dienst gestellt werden mussten.

Die in der Schweiz abgeschossene R.S.14 mit der Werknummer MM35750 war eine der letzten überhaupt produzierten Einheiten dieses Typs. Sie hatte im Sommer 1943 die Werkhallen von Fiat verlassen. Nach seiner Ankunft in Deutschland wurde das Wasserflugzeug der Flugzeugführerschule B17 zugeteilt. Es erhielt die Schulkennzeichen R+D sowie ein breites gelbes Rumpfband. Der italienische Tarnanstrich wurde beibehalten, nur die früheren Kennzeichen wurden durch deutsche ersetzt.



Technische Daten Fiat R.S.14

Triebwerk Zwei 14-Zylinder-Doppelsternmotoren
Typ Fiat A.74 RC.38
Leistung je 840 PS
Spannweite 19,54 m
Länge 14,10 m
Höhe 5,63 m
Flügelfläche 50,00 m2
Leergewicht 5470 kg
Fluggewicht 8470 kg
Max.Geschwindigkeit 390 km/h
Reisegeschwindigkeit 320 km/h
Steiggeschwindigkeit -
Gipfelhöhe 6300 m
Reichweite 2500 km
Besatzung 4 - 5



Datum
Aufklärer
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