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Vor 60 Jahren stürzte auf Alp Gräppelen in Alt St. Johann ein englischer Bomber ab - Am Sonntag fand die erste Gedenkfeier am Absturzort statt. Ehemalige und ein aktives Mitglied der Royal Air Force und Befreundete gedachten der sechs Todesopfer und bedankten sich bei Heinz Zwingli aus Ebersol.
Mit einer schlichten Feier wurde der Bomberabsturz auf Alp Gräppelen vom 28. April 1944 in Erinnerung gerufen. Nebst mehreren Mitgliedern der Royal Air Forces Association, welche dafür sorgt, dass die Opfer der Flugzeugabstürze nicht in Vergessenheit geraten, war aus England auch Pilot Mark Oliver dabei. Er repräsentierte die Fliegerstaffel 101 der Royal Air Force, zu welcher auch der abgestürzte Bomber gehörte. Der Bomber flog in der tragischen Nacht vom 28. April in einem Verband von 323 Flugzeugen einen Angriff auf Friedrichshafen und wurde von der Abwehr getroffen. Der Pilot verlor die Orientierung, der Absturz liess sich nicht verhindern. Zwei Personen der Crew überlebten. Sechs mussten ihr Leben lassen.Ortswehr musste bergenEingeladen war am Sonntag auch der 87-jährige Karl Schlumpf. Er war damals Gemeindeschreiber in Alt St. Johann und Mitglied der Ortswehr. Kar Schlumpf musste den Bergungseinsatz im Schnee leiten. Die Toten wurden mit Schlitten ins Tal gebracht und auf einem Militärfriedhof in Vevey beerdigt. Karl Schlumpf ist der Einzige des Rettungsteams, der noch lebt. Es hat ihn ausserordentlich gefreut, dass etwas gegen das Vergessen unternommen wurde. Die Feier auf Alp Gräppelen war die einzige in der deutschen Schweiz. Der 6. Juni wurde nicht zufällig ausgewählt. Es ist der Tag der Invasion der Alliierten in der Normandie, welche das Ende des 2. Weltkrieges einläutete. Dabei kamen Zehntausende ums Leben. Während auf Alp Gräppelen rund 20 Personen der Todesopfer gedachten, trafen sich in der Normandie zur gleichen Zeit 20 Staatspräsidenten mit der gleiche Absicht.Auf Umwegen zur FeierDas es im Obertoggenburg zur Feier kam, ist Heinz Zwingli zu verdanken. Der Ebersoler hatte letztes Jahr eine Gedenktafel an einen Stein oberhalb des Gräppelensees montiert. «Der Toggenburger» berichtete darüber. Über Umwege erreichte dieser Bericht ein Schweizer Mitglied der Royal Air Force Association. Diese zeigte sich über Zwinglis Tat sehr erfreut und nahm mit ihm Kontakt auf. Das nun Personen aus der ganzen Schweiz und aus England anreisen, hätte Zwingli nie gedacht. Nach der Gedenkfeier machten sich der Pilot und einige Mitglieder der Vereinigung auf die Suche nach Wrackteilen und wurden auch 60 Jahre nach dem Absturz zahlreich fündig.Schere als ErinnerungWalter Schlumpf der 92-jährige Bruder von Karl Schlumpf war zur Absturzzeit im Aktivdienst. Auf einem Urlaub erfuhr er, dass gefundenes Material, Fallschirme, Taschen usw. in seiner Garage eingeschlossen worden war. Auf nicht ganz sauberem Weg verschaffte er sich Zutritt und sicherte sich als Erinnerung aus einer Nottasche der Flugzeugbesatzung eine Schere. Der Verlust fiel nicht auf. Walter Schlumpf hütete die Schere 60 Jahre lang. Am Sonntag übergab er sie mit einem herzhaften Lachen dem Schotten George Tullo, der die Gedenkfeier organisiert hatte. Die regulären Besitzverhältnisse sind damit wieder hergestellt.
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