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Hebung des B-17 Bombers aus dem Zugersee

Wieder in der Schweiz erkundigten sie sich wo Flugzeuge abgestürzt waren. Bald darauf erfuhr man, dass ein Bomber in den Zugersee gestürzt war.

Schaulustige am Seeufer.

Taucher in voller Ausrüstung.

An Land gezogen.

Die Bugspitze jedoch abgeborchen.

Das Bergungsteam.

Unverkennbar der Bomber Schaffner.

Grosses Interesse an der Bergung.

Nun holte man Genehmigungen ein. Doch die Schweizer Behörden sagten, sie können keine Genehmigung geben, denn der Bomber (B-17, fliegende Festung) sei amerikanischer Besitz. Aus der Freundschaft auf Frankfurt ergab sich, dass die Amerikaner das Flugzeug freigaben. Dann musste auch Bern nachgeben und die nötigen Bewilligungen erteilen. Jetzt war das Formelle gelöst und man konnte an die Hebung denken.

Man musste zuerst feststellen, wo das Flugzeug abgestürzt war. Es konnte mit Aussagen von Fischern und mit Suchankern gefunden werden. Grosse Hilfe war das Photo, das zeigt, wo der Bomber versank.

Dann brauchte man einen Standplatz, der von der Familie Dosenbach, die direkt am See wohnte, zur Verfügung gestellt wurde. Danach konstruierte man eine Hebebühne, die das Gewicht des Bombers heben konnte. Diese Hebebühne, die von Martin und einem Zimmermann gebaut wurde, wurde auf zwei 33'000 Liter Benzintanks gesetzt und zu einem Floss zusammen geschraubt. Martin fragte die Armee, wie man den Bomber am besten anbinden könne - wo die stärkste Stelle des Flugzeuges ist. Denn die Armee hob während des Krieges auch einen Bomber, den sie total zerrissen. Sie rieten Martin zu diesem Unternehmen ab und sagten, sie seien mit besseren technischen Mitteln gescheitert. Es sei unmöglich diesen Bomber zu heben. Doch Martin sagte, Nichts sei unmöglich. Dann wollte Martin bei der Firma Stäubli einen Taucher mieten, doch sie wollten keinen Taucher schicken mit der Begründung, es sei lebensgefährlich auf 45 Meter Tiefe zu tauchen. Doch Martin konnte Gottlieb Scherrer, einen Taucher der Firma Stäubli, begeistern und er machte mit unter der Bedingung, dass eine Leiter bis zum Grund ging.

Als die 45 Meter hohe Leiter stand, ging Gottlieb Scherrer das erste Mal nach unten. Die Luft wurde von Hand nach unten gepumpt. Die Pumpe wurde normalerweise von zwei Personen betrieben, doch für diese Tiefe benötigte man acht Mann, welche jede Viertelstunde ausgewechselt wurden. So kam es, dass bis zu 30 Personen auf dem Floss waren. Der Taucher brachte dann die Nachricht wie der Bomber liegt.

Er stecke mit der "Schnauze" im Boden. Nun band man gemäss den Angaben de Schweizer Armee den Bomber mit Stahlseilen fest und versuchte ihn zu heben. Doch diese Angaben waren falsch und die Stahlseite rissen den Bug des Flugzeuges ab. So musste man den Bomber nach eigenem Empfinden anbinden. Martin hatte eine gute Nase und das Flugzeug konnte 1952 nach fast zwei Jahren langer Arbeit gehoben werden.

Dieser Bomber wurde ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am ersten Sonntag kamen trotz starkem Regen 10'000 Leute.

Man legte Bretter und Laufstege. Die Ausstellung verwandelte sich in einen Morast. Die Schuhe der Damen blieben im Dreck stecken. Da kam Martin die Idee, man könnte den Leuten die Schuhe putzen. Sofort schickte er vier Mann zum Ausgang. Dort reinigten sie für 30 Rappen die Schuhe. Mit diesen ersten Eintrittsgeldern konnte ein Teil der Schulden bezahlt werden.

Dann wurde der Bomber nach Basel in eine Mustermesse-Halle gebracht. Doch der Transport ergab viele Schwierigkeiten. Der Bomber musste demontiert werden. Doch die Flügel waren immer noch zu breit und mussten der Länge nach zerschnitten werden. Für den Transport kaufte Martin einen Kranwagen. Nach der Ausstellung in Basel wurde der Bomber in Bözingen bei Biel auf dem Flughafen ausgestellt. Doch weil es dort keine Einrichtungen wie in Basel hatte, musste eine Arena gebaut werden. Danach wurde die Ausstellung nach Lausanne verschoben. Die Zuschauer zeigten immer stärkeres Interesse, wie im Wasser gearbeitet wurde. Das liess Martin ein Bassin (3 x 5 Meter und 6 Meter tief) aus Glas herstellen. In diesem Bassin gab es jede Stunde eine zehnminütige Vorführung von Taucher Naumann, der unter Wasser schweisste und mit dem Schweissbrenner Bleche zertrennte.

Nach der Ausstellung in Lausanne zog man nach Bern und danach zu seinem Wohnort nach Suhr. Während der zirka einjährigen Tour, während dessen der Bomber ausgestellt war, ging man anderen Aufträgen nach. Sie bargen verunfallte Personenwagen und dergleichen. Noch während dem Jahr plante Martin die Hebung ebenfalls eines B-17 Bombers aus dem Greifensee. Dort war der Bomber brennend abgestürzt. Durch die Berichterstattung wurde Martin, der nun als "Bomber-Schaffner" bekannt war, auch im Ausland berühmt. Darauf meldete sich ein Herr Waldemar Kandel aus Graz (Steiermark/Österreich) und empfahl sich für die Bergungen. Er habe auf diesem Gebiet Erfahrung und eine Beziehung zu einem sehr guten Taucher. "Bomber-Schaffner" war sofort interessiert und plante umgehend eine Reise.

Martin und Peter fuhren nach Graz um das Unternehmen von Kandel zu besichtigen. Sie waren sehr überrascht, als sie feststellten, dass er der Wirt des Café Kertnerhofes war. Als man die Taucherausrüstung besichtigen wollte, kam an den Tag, dass dieselbe vom Konkursverwalter unter Verschluss gehalten wurde. Sofort nahmen sie Verbindung mit dem Konkursamt auf und man konnte eine Besichtigung vereinbaren.

Sie stellten dann fest, dass die Tauchgeräte auf dem modernsten Stand waren. Aber selbstverständlich waren sie nicht bezahlt. Sie konnten dann die Geräte aus der Konkursmasse übernehmen und in die Schweiz überführen, wobei sie mit Herrn Kandel vereinbarten, dass die Geräte am Greifensee durch in instruiert werden. Zudem gab er ihnen eine Adresse von einem arbeitslosen Berufstaucher: Siegried Naumann, Schlögelgasse 1, Wien. Da sie bereits in Graz waren, beschlossen sie diesen Taucher zu besuchen. Von Graz nach Wien konnte man nur durch die russische Besatzungszone gelangen. Martin wollte nicht nach Wien. Er übergab diesen Auftrag seinem Bruder Peter.

Am selben Abend fuhr Peter mit Herrn Kandel nach Wien, denn Herr Kandel konnte etwas Russisch. Um Mitternacht waren sie in Wien und Siegfried Naumann entschloss sich sofort mitzukommen. Er wurde auf dem Schlachtschiff "Tirpiz" von den Deutschen ausgebildet. Deshalb musste Naumann als blinder Passagier durch die russische Besatzungszone nach Graz und danach in die Schweiz geschmuggelt werden.




 
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